Remo of Queens

Irene kommt zu Besuch…

by on Aug.26, 2011, under Allgemein

… und irgendwie scheint sich niemand so richtig zu freuen. Ok, das ist die akutelle Lage, live aus Queens, woher sonst! Es ist jetzt Freitag, 26. August, 23.36 Uhr Ortszeit. Mein Wochenende neigt sich dem Ende (meine Freitage sind normalerweise Donnerstag und Freitag). Wäre alles normal, würde ich morgen mit einer Spätschicht um 13.30 Uhr meine Arbeitswoche beginnen. Wenn alles normal wäre…

Morgen 12 Uhr mittags beginnt MTA (Metropolitan Transport Authority, die Nahverkehrs Gesellschaft, die U-Bahnen, Busse, Nahverkehrszüge und einige Brücken betriebt) erstmals in ihrer Geschichte systemweit den Betrieb einzustellen. Um dies zu tun, benötigt MTA nach eingenen Angaben ca. 8 Stunden. Ebenfalls erstmals in der Geschichte hat der Bürgermeister obligatorische Evakierungen für küstennahe, tiefgelegene Gebiete in New York City angeortnet. Etwa 250’000 Einwohner sind betroffen. Samstagmittag werden alle Flughäfen in der New York Area geschlossen. Zusätzliche Freiage für mich? Nein! Obwohl alle Flüge, welche von meiner Station abgefertigt werden morgen und übermorgen gestrichen sind, gehe ich zur Arbeit.

Einer meiner Supervisoren hat mich angerufen und mich gebeten um 12 Uhr da zu sein, da danach keine U-Bahn und Busse mehr verkehren. Wieso? Weil ich am Ticketschalter arbeite und mich um gestrandete Passagiere kümmern werde. Nun wer ist diese Irene eigentlich und weshalb all diese Aktivität. Ein kleiner Steckbrief:

Irene ist das 9. tropische Tiefdruckgebiet der diesjärigen Hurrikansaison. Der Sturm war zwischenzeitlich zu einem Hurrikan der Stufe 3 nach der Saffir-Simpson Hurrikan Wind Skala gewachsen, im Moment aber “nur” noch ein Hurrikan der Kategorie 2. Wenn das Tief New York City erreicht, wird es nach den Wettervorhersagen noch ein Kategorie 1 Hurrkian oder ein starker Tropensturm sein. Ein Kategorie 1 Hurrikan bringt Winde von 119 bis 153 km/h hervor. Natürlich bringt ein solcher Sturm auch eine Sturmflut mit sich und viel, sehr viel Regen (bis 30 cm werden erwartet). Das Problem ist aber nicht nur die Sturmintensität sondern viel mehr der Fakt, dass New York City genau auf dem vorehrgesagten Pfad von Irene liegt. Stimmen die Vorhersagen, erreicht das Sturmauge die Stadt am Sonntag Vormittag.

All dies sind die Gründe, weshalb für die Stadt und Umgebung von New York der Notstand ausgerufen wurde und Hurikanwarnungen ausgesprochen , Fussball- und Baseballspiele abgesagt und viele andere Massnahmen ergriffen wurden. Ich denke die Bürgerschelte die Herr Bloomberg nach dem Weihnachts Blizzard einstecken musste, hat wohl dafür gesorgt, dass die Stadt mit Irene extra vorsichtig vorgeht und lieber ein paar zu drastische Massnahmen verhängt.

Zum Glück ist der Sturm nicht ganz so heftig ausgefallen wie erwartet. Kurz bevor Irene bei Coney Island New Yorker Land erreichte, wurde der Sturm von einem Kategorie 1 Hurrican zu einem tropischen Sturm herunter gestuft, welcher aber immer noch Winde von 63 bis 117 km/h hervorbringen kann.

Über einen Zeitraum von etwa 18 Stunden haben Winde von 40 bis 60 km/h über die Stadt geblasen, mit Böhen bis zu 100 km/h. Der Sturm hat zudem 10 bis 15 cm Regen abgeladen. Eine ganze Menge für eine grösstenteils zubetonierte Stadt, die zudem einen der regenreichsten August seit Jahren gesehen hat. Die Sturmflut, wegen der die tiefliegenden küstennahen Gebiete evakuiert wurden, fiel auch nicht so heftig aus, war aber immer noch bis zu 1,35 m. Weil der Sturm praktisch mit der Flut am Sonntag um etwa 8 Uhr zusammen traf, wurden grosse Überschwemmungen erwartet, die zum Glück ausblieben. Einer der Gründe weshalb der U-Bahn Verkehr eingestellt wurde, war weil Überflutungen in den 13 U-Bahn Tunnel unter dem Hafen und East River befürchtet wurden.

Trotzdem gab es zahlreiche kleinere Überschwemmungen entweder von nicht abfiessendem Regenwasser oder überfluteten Küstengebieten. Zusammen mit vielen entwurzelten Bäumen und abgebrochenen Ästen, die auch etliche Stromleitungen herunter rissen, sorgten die Überschwemmungen für zahlreiche Stromausfälle. Queens war der stärksten davon betroffene Stadteil, mein Haus wurder zum Glück davon verschont.

Alles in allem war Irene der grösste Sturm, der über New York gefegt ist, seit 25 Jahren. Die ökonomischen Kosten wurden noch nicht genau beziffert. Aber weil die Theater am Broadway geschlossen waren, Ladenfronten mit Sperrholz verbarrikadiert wurden und praktisch die ganze Befölkerung zu Hause fest sass, könnten, nach Angaben von Peter Morici einem Professor der University of Maryland, wochenends Umsatzverluste und Sturmschäden die Stadt 6 Milliarden US Dollar kosten.

Zu meiner Überraschung war der MTA-Betrieb für die Montag rush-hour wieder praktisch vollständig hergestellt. Die beiden Arbeitstage während des Sturms waren eher gemütlich. Am Samstag und Sonntag haben nur wenige Kollegen mit mir zusammen gearbeitet, grössenteils Kollegen vom Ticketschalter, damit wir auftauchende oder gestrandete Passagiere umbuchen konnten. Am Montag war es dann nicht mehr ganz so gemütlich. Auch die restlichen Tage bis zu meinem nächsten Wochenende werden wohl eher stressig, da wir die Passagiere von acht gestrichenen Flügen irgendwie befördern müssen. Mal schauen…

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Sorry!

by on Jun.20, 2011, under Allgemein

Ok, ok. Ich geb’s ja zu. Der Schnee ist längst weg, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, musste ich kürzlich gar meine mobile Klimaanlage wieder ins Fenster einklemmen.Es gibt keine Entschuldigung für die lange Schreibpause…

Ich wurde aber von verschiedenen Seiten sanft unter Druck gesetzt, mich wieder häufiger zu melden. Dies zeigt einerseits, dass weder ich noch diese Seite ganz in Vergessenheit geraten ist. Nach dem langen Winter, fand der Frühling hier eigentlich gar nicht statt. Es war lange ziemlich kalt und es hat sehr häufig geregnet. Und dann war’s plötzlich Sommer! Ziemlich mies, weil der Frühling (und Herbst) eigentlich viel angenehmer ist. Im Sommer ist es häufig einfach zu feucht und heiss. Zuerst aber einen kleinen Rückblick auf den vergangenen Winter:

Über den Dezember Sturm habe ich ja berichtet, er hat im Central Park 51cm Schnee hingelegt. Im Nachgang wurden heftige Debatten geführt, in wie fern die Stadt und ihre Schneeräumungsdienste versagt hätten. In manchen Nachbarschaften wurde der Schnee mehrere Tage nicht geräumt. Bürgermeister Bloomberg wurden keine guten Noten ausgestellt. Offizielll sind im Central Park über den ganzen Winter 61.9 inches Schnee gefallen, was 157 cm entspricht. Damit war 2010/11 der dritt schneereichtse -hmmmm das tönt nun aber blöder wie “third-snowiest” – Winter in New York. Ich versuchs so rum, der schneereichste Winter in der Geschichte New York’s (zumindest seit Buch geführt wird) ist der Winter 1995/96 mit 75.6 inches (192 cm), gefolgt vom Winter 1947/48 mit 63.2 inches (160.5 cm) und eben letzem Winter. Bemerkenswert ist jedoch, dass Ende Januar bereits 56 der fast 62 inches aufzezeichnet wurden. Im Februar schneite es aber “nur” noch etwas über 10 cm und im März gab es nur einen Schneetag.

Wegen den grossen Stürmen im Dezember und Januar waren viele New Yorker aber ziemlich wintermüde und haben sich sehnlichst den Sommer hergewünscht. Ich muss euch bestimmt nicht sagen, dass einige nun bereits wieder jammern, dass es nun zu heiss und schül ist… Welch ein Kurzzeitgedächtnis wir doch haben wenn es ums Wetter geht.

Und sonst? Keine Ahnung! Mir geht es immer noch ganz prima hier, ich kann wirklich nicht klagen. Einige von euch wissen ja, dass ich der Schweiz im März einen Kurzbesuch abstattete. Wie es dazu kam, werde ich bald berichten. Versprochen!

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Weisse Weihnachten… Halleluhja!

by on Jan.02, 2011, under Allgemein

Der Plan war folgender: Nach getaner Arbeit am 25. Dezember zu Freunden zu fahren, um mit Ihnen den Abend zu verbringen und nach einer Übernachtung nach Hause zu gehen und meine ersten zwei Freitage in Folge seit einem Monat zu geniessen. So weit so gut…

Seit Anfang Oktober arbeite ich am Ticketschalter der Lufthansa Station am JFK Flughafen (seit 1. Dezember bin ich übrigens direkt von Lufthansa angestellt). Die letzten Tage waren sehr anstrengend, das anhaltende Winterwetter in Europa und ein technisch bedingter Flugausfall, machte uns sehr zu schaffen und verursachte etliche Stunden Überzeit.

Die Lage in Frankfurt normalisierte sich allmählich und die Nachwehen der beiden annullierten Flüge waren überstanden, so konnte ich am 24. und 25. Dezember seit Tagen endlich wieder zur Zeit Feierabend machen. Gut gelaunt bin ich an Weihnachten nach der Arbeit in ein Taxi gestiegen und nach Port Washington gedüst…

Für den 26. war eine Blizzard-Warnung ausgegeben. Damit sich ein Sturm Bilzzard nennen darf muss er tiefe Temperaturen von -6°Celsius oder kälter und Winde ab ca. 56 km/h hervorbringen, die Sichtweite auf 400 Meter oder weniger herabsetzen und mindestens 3 Stunden dauern.

Im letzten Februar habe ich bereits einen der 10 heftigsten Winterstürme von New York erlebt, ich war deshalb ziemlich gelassen. Wohl auch weil es weitaus üblere Orte gibt, sich einschneien zu lassen (einen Flughafen z.B.). Zudem musste ich ja erst am 28. wieder zurück zur Arbeit.

Nachdem wir einen gemütlichen Abend verbracht haben, begann es tatsächlich zu schneien. Die Freundin aus Connecticut packte schnell ihre Sachen, steckte ihre Kinder in Kleider und verliess das Haus fluchtartig. Ich wollte noch den Film (Alice im Wunderland) fertig gucken und würde – je nach Sturmentwicklung – notfalls noch eine Nacht in Port Washington verbringen.

Ich bin mir nicht sicher ob die Temperatur unter 6 Grad gefallen ist, die anderen Kriterien wurden jedoch klar erreicht. Der Sturm dauerte vom Nachmittag bis weit in die Nacht, brachte Windböhen von bis zu 100 km/h hervor und reduzierte die Sicht zeitweise bis nahe Null. Man hatte das Gefühl es schneit von unten nach oben… Natürlich ist an manchen Orten auch der Strom ausgefallen, glücklicherweise nicht in unserem Haus.

Am nächsten Morgen war der Spuk vorüber, der Sturm hat in Port Washington ca. einen halben Meter Schnee hingelegt, so waren wir am anderen Tag damit beschäftigt, die Autos auszugraben und die Einfahrt frei zu räumen. Es war ein wunderschöner Tag, mit Sonnenschein, das Problem war lediglich viele Strassen waren nicht befahrbar. Die Starken Windböhen haben den Schneeräum-Truppen etliche Probleme bereitet, weil der Schnee einfach wieder auf die Strassen gewindet wurde.

Auch die Long Island Railroad (LIRR) musste den Betrieb systemweit einstellen. Neben Problemen mit den Weichen war auch das so genannte dritte Gleis, die Stromschiene, an den meisten Orten eingeschneit. Es war mir deshalb unmöglich nach Hause zu gelangen.

So habe ich einen zweiten Tag und eine dritte Nacht bei den Freunden angehängt. Am 28. Dezember musste ich dann wieder zur Arbeit. Ich war zuversichtlich nun, am zweiten Tag nach dem Sturm ohne grössere Probleme nach Queens zu gelangen. Nun normalerweise dauert die Zugfahrt ein bisschen mehr als 30 Minuten, ich benötigte allerdings über 2 Stunden! Der Zug fuhr sehr langsam, zudem war ab dem 4. Stopp oder so der Zug so vollgestopft, dass keine weitere Passagiere mehr aufgenommen werden konnten. Zum Glück war ich an der Zugsausgangsstation eingestiegen… Aus dem Plan, noch nach Hause zu gehen wurde somit aber nichts mehr, ich ging direkt zur Arbeit.

Dort erwartete mich das Chaos pur. Ich hatte schon in den Nachrichten erfahren, dass alle drei New York Flughäfen am 27. Dezember geschlossen waren. Meine Arbeitskollegen waren zusammen mit Passagieren am 26. Dezember eingeschneit, im Terminal gingen Getränke und Esswaren aus, weil kein Nachschub mehr geliefert werden konnte, ich hatte wirklich Glück.

Der Betrieb war weit entfernt vom Normalzustand am 28. Weil sich viele Baggage Handler krank meldeten (vermutlich weil sie schlicht nicht zur Arbeit gelangen konnten), war viel zu wenig Personal vorhanden um die Flugzeuge abzufertigen. Es fehlten Gates, Gepäck wurde nicht aus- und eingeladen, einfach Chaos pur. Am Ticketschalter mussten Passagiere umgebucht werden, die seit dem 26. Dezember fliegen wollten. Ein Ding der Umöglichkeit Passagiere von 5 annullierten Flügen auf schon voll gebuchte Flüge zu buchen und Lufthansa war nicht die einzige Fluggesellschaft mit diesem Problem.

Ich arbeitete vom 15. Dezember bis 31. Dezember 33 Stunden Überzeit. Einige meiner Kolleginnen am Ticketschalter bis zu 60! Der Schnee schmilzt sehr rasch weg, da die Temperaturen wieder bis zu 10 Grad ansteigen, der Betriebe hat sich auch wieder normalisiert und ich habe diese Woche ein paar extra Freitage. Die kann ich gut gebrauchen um mich zu erholen, um für den nächsten Sturm gewappnet zu sein…

Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr!

PS: Wer noch ein paar Impressionen vom Sturm will, hier ein Kurzfilm: Idiot with a Tripod

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Europatrip

by on Oct.18, 2010, under Allgemein

Seit Sonntag bin ich in Deutschland. Ich nehme hier in Seeheim, in der Nähe von Frankfurt an einer Schulung für Lufthansa Ticketing teil. Der Kurs dauert zwei Wochen und nach meiner Rückkehr nach New York werde ich am Ticketschalter eingesetzt. Zuerst bin ich nun aber hier und natürlich lasse ich es mir nicht nehmen auch die Schweiz zu besuchen.

Am Freitagabend (22. Oktober) fliege ich von Frankfurt nach Zürich und fahre dann mit dem Zug weiter nach Bern. Der Flug sollte um 21.40 Uhr in Zürich sein. Für ein Willkommensbier in Bern wird es also spät, aber ich bin dafür zu haben. Gell Jan! Am Samstag bin ich den ganzen Tag in Bern, übernachte auch nochmals und fahre dann Sonntagvormittag nach Affoltern am Albis zu Mutter und Bruder. Nach dieser Kurzvisite geht es dann Um 20.05 Uhr auch schon wieder per Flugzeug nach Frankfurt zurück, damit ich Montagvormittag wieder rechtzeitig die Schulbank drücken kann.

Weil dies alles ein wenig stressig ist und viel zu wenig Zeit für die vielen Besuche, habe ich versucht ein paar Freitage an mein Training anzuhängen; und meinem Antrag wurde stattgegeben! So kommt es, dass ich am 29. Oktober nach dem Lehrgang per Mietauto nach Bern fahre…. Wieso Mietauto? Nun ja, erstens ist dies the american way und zweitens waren die Flüge schlicht zu teuer (weil ich die Freitage erst ziemlich kurzfristig bewilligt bekam). Weil ich auch noch volle Zugtickets für das Pendeln zwischen Bern und Zürich/Affoltern a/A benötigt hätte, ist die Mietautovariante die kostengünstigste wenn auch nicht umweltfreundlichste… Leider!

Am 4. November fliege ich dann am Abend nach New York zurück und muss natürlich vorher noch nach Frankfurt zurückfahren. Daher werde ich am 3. November kaum mehr zu lange Ausgehen. Ansonsten ist mein Trip nach dem Kurs noch nicht wirklich geplant. Ich werde aber sicher Zeit in Bern, Zürich und Affoltern am Albis verbringen. Wenig nur, aber besser wenig als nichts.

Ich freue mich möglichst viele von euch zu treffen!

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Public Viewing in New York

by on Jul.09, 2010, under Allgemein

Fussball WM ist eigentlich Public Viewing Zeit. Dafür braucht man allerdings eine gute Location, gutes Wetter, ein paar Freunde und Zeit. Das mit der Zeit ist so eine Sache. Die Spiele finden um 10 Uhr und 14.30 Uhr Eastern Time statt, also während meiner Arbeitszeit. Als eine Arbeitskollege aber gefragt hat, ob ich mit Ihm und ein paar Freunden das Deutsche Viertelfinale in einem Biergarten schauen wolle, konnte ich nicht widerstehen. Schliesslich hat er für die Punkte 2 und 4 von meiner „Zutatenliste“ gesorgt.

Also habe ich mich auf die Suche nach einem Tauschpartner zum Abtauschen meiner Frühschicht gemacht. Mit Arbeitsbeginn um 13.30 (Start der spätesten Schicht) wäre auch der Punkt „Zeit“ abgehakt, zumindest für die reguläre Spielzeit. Eine allfällige Verlängerung oder ein Penaltyschiessen würde nicht mehr drin liegen. Ich konnte die Schicht tauschen und so Stand nichts mehr im Wege, musste nur noch der Wettergott mitspielen. Und wie er das tat…

Dummerweise habe ich am Tag vor dem Spiel vergessen, Kleider mit auf die Arbeit zu nehmen. Normalerweise komme ich mit der Uniform zum Flughafen, hätte also am Vortag Freitzeitkleidung mitnehmen müssen, damit ich am anderen Tag die Uniform schon am Flughafen habe. Dumm gelaufen. So habe ich halt die Hose in meine Tasche gepackt und das weisse Hemd angezogen und gehofft, nicht mit Bier überschüttet zu werden…

Das Wetter war wunderschön, keine Wolke am Himmel. Aber es war daher auch sehr heiss und feucht (wie im Sommer häufig). Es wurde mit Temperaturen über 30 Grad gerechnet. Der Biergarten ist in Astoria gelegen, einem Stadtteil von Queens. Wer nun denkt, das sei gleich um die Ecke, weil ich ja auch in Queens wohne, irrt. Mit Bus und Subway brauchte ich etwa 40 Minuten. Q10, E-Train, R-Train und zwei Blocks zu Fuss.

Vor dem lokal bildete sich eine lange Schlange. Es wurden Ausweise kontrolliert und $10 für „Coverage“ einkassiert. In New York gibt es scheinbar nichts gratis… Der Biergarten war bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn sehr gut gefüllt, vor allem mit Supportern für Argentinien. Die haben sich denn auch schon schön eingestimmt mit Gesängen, Tanz und Trommeln. Ein paar Fans in Schwarz, Rot, Gold waren auch auszumachen, unter ihnen auch mein Arbeitskollege.

Wie die Stimmung sich wandelte könnt ihr euch sicher vorstellen, erst waren, wegen ihrer schierer Überzahl, vor allem Argentinier zu hören. Je länger der Match dauerte und je mehr Tore Deutschland schoss, wurden sie jedoch immer leiser und die Deutschland Supporter lauter. Ich musste mich spätestens nach dem 2 zu 0 ein wenig in Sicherheit bringen, da ich beim zweiten Torjubel ein bisschen Bier abbekommen habe. Zum Glück nur ein paar Spritzer und zum Glück nur weit unten. Und sonst? Ach ja, ich habe meinen ersten Sonnenbrand des Sommers geholt, eigentlich nicht schlecht dass dies erst im Juli passierte. Normalerweise kassiere ich den im April, aber unnötig ist es sowieso. Ich sollte es inzwischen besser wissen!

Das Fazit: wenn man eine gute Location, gutes Wetter, ein paar Freunde und Zeit findet, macht Public Viewing auch in New York Spass. Es interessieren sich übrigens erstaunlich viele Leute hier für die WM. Ich habe immer wieder interessante Kurzgespräche am Check-In Schalter. Die beginnen zwar meistens damit, dass mir der Fluggast für die guten Leistungen des Deutschen Teams gratuliert… Naja, ich arbeite ja schliesslich für eine Deutsche Airline.


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Breaking The Seal

by on Jun.16, 2010, under Allgemein

Über diesen Titel bin ich vor kurzem in einem Blog gestolpert. Der Bloger eröffnet den Beitrag mit der Bemerkung, dass es immer schwieriger wird wieder mit dem bloggen anzufangen, je länger die Pause dauert. Ich fühle genau so. Es is sehr lange her, seit meinem letzten Beitrag. Die Pause hat sich einfach so ergeben. Vermutlich weil das Leben hier täglich ein bisschen normaler wird und die Anfangseuphorie längst verfolgen ist. Versteht mich nicht falsch, mir gefällt es immer noch sehr gut hier, aber das Leben hat natürlich auch hier seine Ups und Downs.

Lustig, ausgerechnet eine Freundin, die ich hier kennen gelernt habe, hat mich ein bisschen motiviert wieder zu bloggen. Sie spricht eigentlich kein Deutsch, singt aber deutsche Lieder und versteht daher ein wenig. Sie hat sich die Mühe gemacht meinen Blog zu lesen und mich aufgefordert wieder regelmässiger zu schreiben! Ich versuche es, danke für deine Mühe. Was gibt es neues? Die Schweiz hat erstmals im Fussball Spanien bezwungen. Ich hatte frei heute und es war deshalb keine Problem für mich, das Spiel morgens um 10 Uhr live mit zu fiebern. ESNP und ABC übertragen die Spiele. Die WM kann also auch im Nicht-Fussball-Land USA mitverfolgt werden.

Wie gesagt, die Blogpause war nicht geplant, eigentlich wollte ich einen Beitrag über den aussergewöhnlich strengen Winter schreiben, dies bietet sich nun aber irgendwie nicht mehr an. Der Juni ist nämlich aussergewöhnlich warm und schwül und Niederschlag gibt es auch weniger als im langjährigen Mittel. Daher, keinen Wetterbeitrag im Moment. Aber ich habe eine Neuigkeit zu meinem Job. Ich werde im Oktober an eine zweiwöchige Weiterbildung nach Deutschland geschickt, damit ich danach am Ticketschalter eingesetzt werden kann. Das sind gute Neuigkeiten, weil die Arbeit dann wieder mehr Herausforderungen bietet, weil ich ein bisschen mehr verdienen werde und weil ich die Möglichkeit habe ein Wochenende in die Schweiz zu kommen.

Wenn alles klappt werde ich am 23. Oktober in Bern und am 24. Oktober in Affoltern am Albis sein. Streicht euch diese Daten im Kalender an, wenn ihr mich treffen wollt… So das Siegel ist gebrochen, ich hoffe ich werde nun wieder häufiger von mir und Queens berichten. Mal schauen.

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Vom Waschen und waschen lassen

by on Mar.03, 2010, under Allgemein

In meinem Haus gibt es keine Waschmaschine. Mein Haus ist bei weitem nicht das einzige! Das ist auch der Grund, weshalb es hier viele Waschsalons gibt. Ihr kennt das bestimmt von Reisen oder von Filmen oder TV Shows. Nun waschen hat nie zum meinen beliebtesten Tätigkeiten gehört, das gebe ich zu. Aber irgendwie scheint es mir mein Leben immer unerträglicher zu machen..

In meiner ersten eigenen Bleibe war es ganz OK. Da habe ich als Untermieter in einer Mehrfamiliensiedlung gewohnt. Es gab mehrere Waschmaschinen und man konnte sie, so weit ich mich erinnere, einfach benutzen, sofern eine frei war. Der Waschkorb stand vor der Maschine und wenn der Waschvorgang zu Ende war, konnte man die fremde Wäsche in den Korb tun und die Maschine selber benutzen. Sehr unkompliziert!

In meiner zweiten eigenen Wohnung war es noch bequemer. In Fribourg hatte ich eine Waschmaschine in meiner Küche und konnte rund um die Uhr waschen. 7 mal 24 Stunden, sehr bequem. Seit da geht es in Sachen Bequemlichkeit Berg ab. Die Wohnung in Bern hatte eine Waschküche im Keller. Wenigstens konnte man ziemlich unkompliziert seine „Waschslots“ selber eintragen und solche zu erhalten war meistens auch kein Problem.

Nun wohne ich hier in einem Hause das keine Waschmaschine hat, nicht mal im Keller. In der Nachbarschaft gibt es zwar genügend Salons, aber das ist einfach ziemlich unbequem und zeitraubend. Das mühsame, ist das Warten. Erst ca. eine Stunde bis die Kleider gewaschen sind, dann nochmals x mal 30 Minuten bis sie getrocknet sind. Inklusive zusammenlegen gehen schnell 3 bis 4 Stunden drauf. Das war alles nicht so schlimm, bevor ich zu arbeiten begann, aber jetzt macht es ganz und gar keinen Spass.

Meine Hemden habe ich sowieso immer zur Reinigung gebracht. (Bügeln tue ich noch weniger gern wie waschen!) Ich wusste, dass das Geschäft auch einen „drop off“ Service anbietet. Aus purer Zeitnot habe ich den dann einmal benutzt, dann ein weiteres mal und ein anderes mal. Der Service war einfach zu bequem. Seit einiger Zeit lasse ich meine Wäsche immer dort. Einen halben Tag später ist sie dann fein säuberlich zusammengelegt zum Abholen bereit. Ich habe für mich entschieden, dass der Zeitgewinn die Kosten aufwiegt. Einen Waschsack kostet mich so etwa $15 anstatt etwas über $8, dafür kann ich meine Zeit für sinnvolleres einsetzen. Zum Beispiel für meine TV Serien ;)

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Uptade von der Serienfront

by on Feb.02, 2010, under Allgemein

Die Zeit des Wartens ist fast vorbei. Ich freue mich riesig auf die neue und letzte Staffel von Lost. Sie startet hier heute auf ABC. Im November, als ich zu arbeiten begann, brach meine tägliche Fernsehzeit drastisch ein, trotzdem gibt es ein paar Serien die ich regelmässig verfolge.

Im Herbst, zum Beispiel, hat die 6. Season von Desperate Housewives begonnen. Einmal mehr geht in der Wisteria Lane alles drunter und drüber. Ich liebe es! Daneben haben aber auch zwei neue Serien begonnen, die ich sehr gut mag. Ich denke Flashforward soll die Lostfans in den Bann ziehen und sie über die letze Lostfolge hinaus beschäftigen. Mir zumindest gefällt die Show.

Der Plot ist ziemlich einfach. Am 6. Oktober ereignet sich ein weltweites Blackout während dessen alle Menschen für 2 Minuten und 17 Sekunden ohnmächtig werden. Aber sie sind nicht einfach nur ohnmächtig, sondern haben ein Flashforward und sehen in ihre Zukunft, sie erleben was in 6 Monaten geschieht. Natürlich sind einige danach sehr glücklich und erhoffen sich genau diese Zukunft und andere wollen überhaupt nichts davon wissen! Und dann sind da noch jene, die nichts gesehen haben. Weshalb? Leben sie in 6 Monaten nicht mehr? Wer weiss…

Seit Weihnachten ist die 1. Staffel unterbrochen, bei Wiederaufnahme bin ich aber sofort wieder mit von der Partie. Mir gefällt die Serie! Die zweite Produktion die ich schaue ist „V“. V steht für Visitor und die Besucher kommen von einem anderen Planeten. Sie geben vor, in friedlicher Absicht zu kommen, verfolgen aber in Wirklichkeit andere Pläne. Die Spezies ist uns technologisch überlegen und “besucht” die Erde mit mehreren riesigen Mutterschiffen, die über verschiedenen Weltmetropolen “parkiert” sind.

Bisher wurden erst vier Folgen ausgestrahlt und die Serie ist bis im Frühjahr unterbrochen. Aber auch diese Serie birgt für mich grösseres Suchtpotential. Man erfährt in den ersten Folgen, dass die Aliens, die uns in Menschengestalt besuchen, in Wirklichkeit schon länger hier sind und uns unterwandern. Aber was ist der wirkliche Grund ihres Besuches? Wem kann man noch trauen? Wem sollte man besser Misstrauen? Fragen über Fragen, die hoffentlich bald beantwortet werden!

Aber sowohl auf Antworten zu “V” wie auch zu Flashforward muss bis zum Frühling gewartet werden. Erst ist Lost an der Reihe! Zum Glück! Übrigens, ihr braucht mich gar nicht zu fragen, ich werde euch an dieser Stelle nichts verraten. Nicht zu Desperate Houswifes, nicht zu Flashforward, nicht zu “V” und schon gar nicht zu Lost. Sorry, but in this matter, it sucks to be in Europe ;)

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Rückblick und Ausblick

by on Jan.24, 2010, under Allgemein

Hallo, ich melde mich mal wieder! Ich weiss, ich kann meine eigenen Vorgaben im Moment nicht einhalten. Im Dezember habe ich ausserordentlich viel gearbeitet (in zwei Dezember Wochen z. B. 115 statt 40 Stunden…) und im Januar einfach keine Lust gehabt etwas zu schreiben…

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins 2010 gestartet und wünsche euch nachträglich viel Erfolg und gute Gesundheit. Den Jahreswechsel habe ich nicht am Times Square verbracht – da hat es mir definitiv zu viele Leute und fünf bis sechs Stunden ohne alkoholische Getränke warten für einen kurzen Countdown ist auch nicht mein Ding. Stattdessen habe ich den Film Avatar in einem 3D-IMAX Kino angechaut! Das war mehr nach meinem Geschmack!

2009 war ein sehr spezielles Jahr für mich. Im April hatte ich, nach über 16 Jahren meinen letzten Arbeitstag bei der SBB, für die ich bis dahin mein ganzes Arbeitsleben gearbeitet hatte – von einem 6 monatigen Praktikum bei der Lufthansa in New York einmal abgesehen. Anfangs Mai schliesslich, hat mein USA-Abenteuer begonnen. Zuerst habe ich mir eine Auszeit gegönnt, Aber die Zeit vergeht schnell, selbst beim nichts tun. Und kaum hatte ich mit der Arbeitssuche begonnen, hatte ich Glück, dass die Lufthansa JFK Station, neue Arbeitskräfte zu suchen begann.

Ich bereue den Umzug in die Vereinigten Staaten bisher nicht, im Gegenteil! Klar, ich vermisse meine europäischen Freunde und meine Familie, aber ich bin im Moment rundum glücklich und das ist mir viel wert. In der kurzen Zeit hier habe ich vieles erlebt; ich glaube der „Tapetenwechsel“ hat mir sehr gut getan. Jay-Z’s Song “Empire State of Mind” drück das sehr gut aus. Er passt perfekt.

Das die Verhältnisse in der amerikanischen Arbeitswelt (Stichwort; hire and fire) schnell ändern können, habe ich nun auch schon selber erfahren. Nach nicht mal drei Monaten als Teilzeitangestellter, wurde mir eine Vollzeitbeschäftigung angeboten. So arbeite ich nun seit letztem Montag offiziell 40 Stunden die Woche. Dies gibt wieder ein paar Dollar mehr in die Tasche, aber auch ein paar Stunden weniger Freizeit. Ob das mit dem aktuellen Stundenansatz zum Überleben reicht werden die nächsten Wochen zeigen. Aber auf jeden Fall ist es einen Schritt vorwärts und auf jeden Fall wird es den Cash Drain meiner Ersparnisse wesentlich einschränken.

Ich schaue zuversichtlich auf die Herausforderungen des 2010 und hoffe, dass ihr das auch tut!

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Erster Job als Immigrant

by on Dec.02, 2009, under Allgemein

Im September habe ich begonnen hier eine Arbeitsstelle zu suchen. Irgendwann musste ich ja damit anfangen. Den Sommer nicht zu arbeiten habe ich genossen, aber nun war es an der Zeit wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Nachdem ich mein Resume so amerikatauglich wie möglich getrimmt hatte, startete ich mit dem Durchforsten von online Stellenanzeigern. Ich hatte auch schon ein paar wenige, erfolglose Bewerbungen abgeschickt, als mir eines Vormittags in der zweiten oder dritten Septemberwoche Christina von der Lufthansa Station am JFK Flughafen eine Nachricht auf meiner Voice Mail hinterlies. Sie gab mir Bescheid, dass Lufthansa über die Handling Company ASIG (Aircraft Service International Group) Teilzeit Passenger Service Agents sucht. Ich sollte ihr zurück rufen, falls ich interessiert sei.

Das tat ich dann auch. So kam es, dass ASIG via Lufthansa zu meinem Lebenslauf kam und Juan mir am selben Nachmittag noch anrief. Ich signalisierte auch ihm Interesse und stellte mich auf ein Interview ein. Zu einem solchen wurde ich jedoch nie aufgeboten. Stattdessen wurde ich aber ins HR Büro bestellt und musste diverse Formulare ausfüllen. Irgendwann fragte mich eine Dame von ASIG, ob ich denn eine Online Bewerbung ausgefüllt hätte, was ich verneinte. Sie hat mich dann ziemlich böse an geguckt und gesagt, ich müsse dies natürlich tun! (Ich wusste ja noch nicht mal, dass die Stellen auf der Website angeboten wurden…) Egal, sie hat mich trotzdem zum Drogentest geschickt und ich habe die Bewerbung zu Hause nachgeholt.

ASIG hat mich aufgefordert, auf meiner Social Security Card meinen zweiten Vornamen oder zumindest der Anfangsbuchstaben davon, auf drucken zu lassen. Wenn der Name auf der SSC nicht mit dem Namen auf der Alien Resident Card übereinstimmt, erhalte ich keine Flughafen ID, wurde mir erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war auf der SSC nur Vor- und Nachnamen enthalten. Erstaunlich eigentlich, weil auf der ersten Karte, die ich vor vier Jahren erhielt, mein voller Middlename aufgedruckt war und ich gleichzeitig mit dem Visumsantrag auch die neue SSC beantragte. Wie dem auch sei, ich ging auf die Behörde und lies mir eine neue Karte ausstellen.

Nachdem mir attestiert wurde, dass ich Drogenfrei bin, durfte ich ins Training für die Flughafen ID, inkl. anschliessender Prüfung. Dieses Zertifikat ist eine Voraussetzung, um für das Fingerprinting zugelassen zu werden. Und nach erfolgreichem oder besser gesagt negativen Check der Fingerabdrücke in der FBI-Datenbank erhält man, ungefähr 14 Tage später, diese Flughafen ID dann auch.

ASIG hat mich im Oktober für drei interne Schulungstage aufgeboten. Dies hat mich ziemlich überrascht, weil mir beim ersten Telefongespräch mitgeteilt wurde, dass ich am 2. November mit der Arbeit beginnen würde. Deshalb  hatte ich noch im Oktober einen Trip nach Minnesota gebucht, um eine Freundin zu besuchen. Glücklicherweise konnte ich die Trainingstage, die im übrigen sehr langweilig waren, auf zwei Wochen verteilen, so dass ich meine Reise trotzdem durchführen konnte.

Alle Besuche im HR-Büro von ASIG hatten eines gemeinsam; langes warten. Die Schulungstage sollten jeweils um 9 Uhr beginnen, aber keine der Schulungen begann bevor 9.20 Uhr, obwohl wir angehalten wurden pünktlich zu erscheinen… Auch an den Tagen zum Erledigen des Papierkrams und für den Drogentest, war Geduld gefragt. Ich denke, dass in Sachen Effizienz noch einiges drinliegen würde…

Bei Lufthansa sollte die Schulung zwei Wochen zu jeweils acht Stunden dauern, das Motto war allerdings: “Du kennst das schon, du hattest dein Training vor vier Jahren!”  Bereits am zweiten Tag wurde ich und Andreas, ein anderer Ex-Praktikant, am Check-In eingesetzt. Anfangs war mir nicht ganz wohl dabei, nach ein paar Passagieren, war es allerdings kein Problem mehr.

Nun habe ich bereits einen Monat gearbeitet. Nach dem zweiwöchentlichen “Training” teilzeit, jeweils vier Stunden täglich. Ich werde aber ab und zu gefragt, länger zu arbeiten. Der Stundenlohn ist sehr bescheiden, Ferien gibt es keine und einen Arbeitsvertrag auch nicht. Ich bin in der amerikanischen Arbeitswelt angekommen! Fürs erste ist der Job ok, gewissermassen ein Einstig. Die Arbeit, der tägliche Umgang mit Passagieren gefällt mir. Kundendienst habe ich ja eigentlich während meiner ganzen Karriere gemacht, aber auf die Länge brauche natürlich eine Vollzeitstelle und mehr Einkommen. Mal schauen wie es weitergeht…

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